Selbsthilfe in Melle
Auch in Melle und Umgebung versuchen sie mit Schicksalsgleichen ihr Leben - gezeichnet durch Krankheit oder Handycap - in den Griff zu bekommen. "Niemand versteht mich so gut wie jemand, der selbst betroffen ist", äußerte sich eines der Mitglieder einer Meller Selbsthilfegruppe und spricht damit wohl allen aus dem Herzen, die sich tag-täglich mit ihren Schmerzen, Einschränkungen und besonderen Problemen auseinandersetzen müssen. Das Umfeld Betroffener reagiert in der Regel mit Unsicherheit, Unverständnis und Hilflosigkeit. Manche Mitbürger reagieren aus eben diesen Gründen sogar genervt und aggressiv auf die Besonderheiten, die eine Krankheit oder eine Behinderung im Alltag mit sich bringt.
Die Grönegau-Rundschau möchte mit der Vorstellung Meller und auswärtiger Selbsthilfegruppen helfen, für mehr Öffentlichkeit zu sorgen und deren Ziele und Wünsche etwas näher zu bringen.


AMS - Wer ist das?
Seit ca. 15 Jahren gibt es die Arbeitsgemeinschaft Meller Selbsthilfegruppen (AMS). Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss von zurzeit 20 Selbsthilfegruppen mit 16 unterschiedlichen Krankheitsbildern, wie die Gruppen der Angehörigen dementer Menschen, Burnout, Depression, Diabetes 1 und 2, Essstörungen, Fibromyalgie, Frauen nach Krebs, Multiple Sklerose, Prostatakrebs, Polio, Schlaganfall, Schwerhörigkeit, Sehbehinderung, Suchterkrankungen und Tinnitus.
Diese Arbeitsgemeinschaft wird unterstützt von der Stadt Melle und steht in enger Zusammenarbeit mit dem Christlichen Klinikum Melle. Hilfe und Schulungen vom Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt dürfen Gruppenleiter aller Gruppen genießen.
Der AMS angegliedert hat sich auch der Behinderten-Beauftragte der Stadt Melle. Unsere Stärke in Melle liegt eben in diesem Zusammenschluss, durch Information, Aufbau von Gruppen und Vernetzung.
Selbstverständlich kann man sich heutzutage über fast jede Erkrankung im Internet informieren, aber Selbsthilfe ist und bedeutet in erster Linie die persönliche Unterstützung, Trost und Hilfe, Wieder-Aufrichten für den einzelnen Betroffenen von ebenfalls Betroffenen. Das Internet nimmt niemanden in den Arm! Die AMS unterstützt die verschiedenen Selbsthilfegruppen und ihre jeweiligen Leiter/-innen.
Felicitas Wellner


Vorstellung Meller Selbsthilfegruppen:
Fibromyalgie Selbsthilfegruppe Melle
Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) äußert sich durch chronische Schmerzen, die überall am ganzen Körper verteilt sind und durch weitere Begleitsymptome. Viele Betroffene haben einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, bis diese Erkrankung endlich erkannt wird und adäquat behandelt werden kann. Sie haben oftmals schon die Hoffnung aufgegeben, überhaupt noch Hilfe zu finden und fühlen sich mut- und kraftlos dem Schmerz ausgeliefert.
Genau an diesem Punkt greift unsere Selbsthilfearbeit ein und ist unverzichtbar geworden: In dem Schutzraum Selbsthilfegruppe (SHG) fängt eine starke Gemeinschaft von Selbst- Betroffenen die oftmals Verzweifelten auf. Neben ausführlichen Informationen über das Krankheitsbild, die immer dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen, erfahren Sie dort praktische Hilfe und Unterstützung, damit die Schmerzerkrankung FMS Sie nicht immer tiefer in die soziale und psychische Isolation führt. Unsere SHG hilft - u.a. durch regelmäßigen Austausch untereinander - die aus der Erkrankung oftmals entstandene Mut- und Hoffnungslosigkeit in Motivation und Zuversicht zu verwandeln. Dadurch erhöht sich die Lebensqualität und hilft Ihnen, Ihre Erkrankung eigenständig zu bewältigen.
Aber nicht nur medizinische Informationen, sondern auch viele verschiedene Aktivitäten werden in unserer Gruppe groß geschrieben: Von Vorträgen, Klinikbesichtungen, regionalen Freizeitunternehmungen, Rehasport bis hin zu überregionalen Informationstagen und Gesamttreffen mit anderen Gruppen unseres Dachverbandes (Deutsche Fibromyalgie Selbsthilfe e.V. Landesverband Niedersachsen) reicht die Spannbreite des Angebots. Darüber hinaus erfahren die Gruppenleiterinnen über den Dachverband regelmäßige Fortbildungen, um ihren verantwortungsvollen Aufgaben gewachsen zu sein.
Eine sehr wichtige Nachricht zum Schluss: Seit einem guten Jahr ist nichts mehr, wie es vorher war, man muss jetzt über neue Therapieansätze nachdenken. Seit 1997 ist bekannt, dass das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) keine rheumatische Erkrankung ist (s. "Psychorheumatologische Diagnostik in der Praxis", Prof. Dr. med. Hartwig Mathies). Im Laufe der Jahre diskutiert und ebenfalls ausgeschlossen wurden u.a. die Diagnosen Muskel- oder psychosomatische Erkrankung, eine Störung der Schmerzverarbeitung gilt als gesichert.
Im Frühjahr 2013 veröffentlichte die Universität Würzburg die neuesten Forschungsergebnisse, die nachweisen, dass das FMS eine Schädigung der kleinkalibrigen Schmerz leitenden Nervenfasern ist. Die Würzburger Neurologin Nurcan Üçeyler wurde für diese Erkenntnisse im Mai 2014 mit einem hochdotierten Preis auf dem Gebiet der Schmerzforschung ausgezeichnet.
Detaillierte Infos hierüber können Sie bei unseren Treffen erhalten: jeweils am 2. Donnerstag im Monat von 19.30 - 21.30 Uhr im Alten Gesundheitsamt (Wallgarten 1) und am 4. Donnerstag im Monat von 9.30 - 11.30 Uhr im Christlichen Seniorenstift (Johann-Uttinger-Str.1).
Weitere Informationen auch unter der Telefonnummer (05428) 2173.



Frauenselbsthilfegruppe Melle - Sucht und Essstörungen
Die Frauenselbsthilfegruppe Melle ist in dieser Konstellation "NEU". Sie ist offen für alle Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, harte Drogen, Medikamente,etc.) und Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimie, binge eating, etc) und Co-Abhängigkeit.
Diese Gruppe zeigt ein "buntes Bild" an Abhängigkeitserkrankungen oder Sucht ähnlichen Erkrankungen. Durch die Erfahrungen und verschiedenen Lebenswege entsteht ein reger Austausch.
"Für mich bedeutet diese Gruppe Sicherheit. Ein Rettungsring, der mir zugeworfen wird von Menschen, die für mich da sind und denen ich mich nicht erklären muss. Gemeinsam lassen sich manche Phasen oder schwierige Momente im Leben leichter aushalten." (Mitglied)
Selbsthilfe bedeutet, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, sich mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen und aktiv zu werden.

Sucht - Abhängigkeit
Anfangs ist der Griff zum (späteren) Suchtmittel ein Erfolg: Je nach Wirkungsweise des jeweiligen Mittels und persönlicher Verfassung fühlt man sich erleichtert, entlastet und entspannt.
Doch der positive Effekt verfliegt in der Folgezeit immer schneller. Die Fähigkeit, auf persönliche Schwierigkeiten angemessen zu reagieren, nimmt weiter ab. Der Wunsch, das Mittel zu konsumieren, wird so stark, dass es immer häufiger missbraucht wird, immer noch in der trügerischen Hoffnung, einen bestimmten Gefühlszustand und Wohlbefinden zu erreichen. Schließlich wird der Versuch, durch eine weiter steigende Dosis des Suchtmittels eine bessere Wirkung zu erreichen, zum Verhängnis.
Seelische Abhängigkeit entsteht - das Suchtmittel wird zum Dreh- und Angelpunkt aller Handlungen, Gedanken und Gefühle.
Neben der seelischen Abhängigkeit gibt es bei Alkohol, Nikotin, verschiedenen Medikamenten und Heroin auch eine körperliche Abhängigkeit: Der Organismus reagiert auf die ständige Zufuhr des Suchtmittels mit einer Anpassung des Stoffwechsels. Wird ihm das Suchtmittel abrupt entzogen, kommt es je nach Substanz zu unangenehmen bis schmerzhaften oder gar lebensgefährlichen Entzugserscheinungen. Sie klingen bei erneuter Suchtmittelzufuhr wieder ab. Ein Vorzeichen körperlicher Abhängigkeit ist die Gewöhnung mit Toleranzentwicklung und Dosissteigerung.

Essstörungen
Essstörungen sind weit mehr als Probleme mit dem Essen. Sie sind der Versuch mit Essen, bzw. Nicht - Essen Schwierigkeiten zu bewältigen, die auf andere Art und Weise scheinbar nicht gelöst werden können. Essstörungen haben psychische Hintergründe, wirken sich körperlich aus und sind in vielen Dingen einer Sucht sehr ähnlich.

Warum "Frauengruppe"
In der Entstehungsphase dieser Selbsthilfegruppe stellten die Frauen fest, dass sie identische oder zumindest sehr ähnliche Gewalterfahrungen im Laufe ihres Lebens gemacht haben. Gewalt in der Ehe, Vergewaltigung, Inzest. Jede dritte Frau hat in ihrem Leben Gewalterfahrungen gemacht.(EU weite Erhebung der Agentur der europäischen Union für Menschenrechte, 2014)
Über solche Erfahrungen in einer gemischten Gruppe zu reden, fällt vielen Frauen schwer.
Im Austausch mit Gleichbetroffenen können die besonderen Schwierigkeiten, die mit der eigenen Situation verbunden sind, sehr offen und genau betrachtet werden. Sie machen durch den Vergleich mit den Anderen den eigenen, ganz persönlichen Umgang mit dem Problem deutlich und sie eröffnen neue Sichtweisen. So führen die Erfahrungen der anderen zu einem besseren Verständnis der eigenen Situation. Sie ermutigen, neue Wege in der eigenen Lebensbewältigung zu gehen.
Der bewusste Umgang mit sich selbst und mit anderen führt dazu, selbstbewusster zu werden und zunehmend wertvolle Selbstsicherheit für den Alltag zu gewinnen.
Natürlich sind auch Frauen ohne Traumatisierungen willkommen.
Die Schweigepflicht zwischen den Teilnehmer/innen ist fest vereinbart. Es werden keine Inhalte aus den Gesprächen und Treffen an Außenstehende weitergegeben.
Die Gruppenmitglieder sind fast alle Therapieerfahren.
Unter www.frauenselbsthilfegruppe-melle.de oder www.ams-melle.de sind weitere Informationen zu finden.

AMS
Die Frauengruppe ist Mitglied bei der AMS, der Arbeitsgemeinschaft Meller Selbsthilfegruppen.
Die AMS organisiert Vorträge und Seminare für ihre Mitglieder, bemüht sich um Referenten für ihren jährlichen Aktionstag im christlichen Klinikum Melle und ist auch Veranstalter eines jährlichen Wochenendseminars in der KLVHS Oesede. In 2015 findet das Seminar Ende November statt, unter dem Motto: Sucht - Sinn - Spiritualität.
Wenn sie sich mit ihrer bestehenden Gruppe der AMS anschließen möchte, Informationen zu Selbsthilfegruppen benötigen oder selbst eine Gruppe gründen möchten, wenden sie sich bitte an Frau Bunk, Tel. (05422) 7048755 oder Mail: ams.melle@gmail.com
Margit Bunk



Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" macht Mut
Eine Krebserkrankung bedeutet für jeden einen schweren Einschnitt mitten in sein Leben, die mit vielen Ängsten, Fragen, neuen Erfahrungen und Gefühlen ganz unterschiedlicher Art verbunden ist. Nach der Diagnose Krebs fällt "Frau" oft in ein tiefes Loch und mit der Angst muss jede allein fertig werden. Warum? Diese Frage stellt sich wohl jede Betroffene und so lautet auch die im Flyer der Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" aufgeworfene Frage. Diese betrifft, zumindest phasenweise, sowohl Frauen als auch Männer, die mit der Diagnose alleine dastehen, die sich isoliert und allein gelassen fühlen.
"In der Familie - vom Partner aufgefangen zu werden, steht unbenommen an erster Stelle", heißt es im Flyer weiter. Aus dieser Aussage geht hervor, dass der Weg für Kranke, aber auch deren Angehörige oft sehr steinig ist, umso mehr, wenn die Betroffene allein stehend ist. Umso wichtiger ist es in dieser Situation, Hilfe von Gleichgesinnten zu bekommen!
Annette Schürmann, Ansprechpartnerin der Selbsthilfegruppe, hat die vielen emotionalen Wechselbäder, die diese schwere Krankheit mit sich bringt, vor 6 1/2 Jahren selbst erfahren müssen, heute ist sie aber wieder gesund.
1984 wurde die Gruppe gegründet, die derzeit aus 23 Frauen unterschiedlichen Alters, besteht. Der Austausch mit ebenfalls Betroffenen ist sehr wichtig.
Es gibt Probleme, die gemeinsam besser aufgenommen, angenommen, verstanden und verarbeitet werden können. In der Gruppe unterstützen die Frauen sich gegenseitig, in ganz unterschiedlichen Bereichen.
Nach der Behandlungszeit stehen die Frauen oftmals im luftleeren Raum. Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Dabei geht es manchmal um ganz praktische Dinge: "Es fängt damit an, wie man einen Schwerbehindertenausweis beantragt und hört mit intensiven persönlichen Gesprächen über eigene Ängste und Empfindungen auf", so Schürmann. Dies hilft wesentlich dabei, den Schrecken der Krankheit zu bewältigen.
In der Gruppe muss niemand das Gefühl haben, den anderen mit dem sensiblen Thema Krebs zu belasten oder zu überfordern. Im Gegenteil: Es tut gut, offen zu erzählen zu dürfen, der anderen zuzuhören und untereinander Tipps auszutauschen, über Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen und sich immer wieder Mut zu machen, betont Annette Schürmann. "Frauen die neu dazukommen, dürfen alles sagen und fragen, was ihnen auf dem Herzen liegt".
Eine ganz große Rolle spielt in der Frauengruppe aber auch das fröhliche und humorvolle Miteinander, das trotz des ernsten Hintergrundes keinesfalls zu kurz kommt. Die Frauen unternehmen auch Ausflüge z.B. ein Segeltörn auf dem Dümmer, oder den Besuch in der Salzgrotte. Es werden aber auch verschiedene Dozenten zu Vorträgen eingeladen.
Die Gruppe trifft sich jedem zweiten Montag im Monat. Neue Weggefährten sind herzlich willkommen, heißt es im Flyer. Interessierte Betroffene können sich jederzeit unter der Telefonnummer (05422) 925905 bei Frau Schürmann melden. Außerdem treffen wir uns auch regelmäßig zum Sport, Wassergymnastik bzw. Trockengymnastik.



Polio, die (fast) vergessene Krankheit
Das Krankheitsbild ist sehr diffus und die Diagnose entsprechend schwierig. Die Poliomyelitis-Viren der Typen I, II und III werden von Mensch zu Mensch, durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Nach einer Inkubationszeit von 1 bis sogar hin zu 5 Wochen zeigen sich grippeähnliche Symptome und bei Befall des Zentralnervensystems Lähmungen der Arme, Beine oder der Atmung. Bösartigerweise schädigen die Polio-Viren schon bei der Infektion, nicht erst bei einer Erkrankung, meistens Rückenmark und Gehirn.
1954 entwickelte Jonas Salk als erster einen wirksamen Impfstoff gegen diese epidemisch auftretende Poliomyelitis, im Volksmund als Kinderlähmung bekannt, wobei auch Erwachsene daran erkranken können. Jeder vierte Mensch hatte in Deutschland eine Kinderlähmungsinfektion. Zu den besonders bekannten Opfern einer solchen Epidemie gehört der ehemalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der die Forschung nach einem Impfstoff gegen diese Krankheit während seiner Präsidentschaft wesentlich förderte.

"Schluckimpfung ist (war?) süß"
Erst ab Februar 1962 wurde in Deutschland systematisch gegen Polio geimpft -vielfach mit der weitbekannten Schluckimpfung - und seit Juni 2002 erklärte die Welt-Gesundheits-Organisation Europa für poliofrei. Somit ist Polio weitgehend aus dem Blickfeld des medizinischen Interesses verschwunden - sehr zum Nachteil der Polio-Überlebenden mit der Polio-Spätfolge Post-Polio-Syndrom.
Der Kampf gegen diese tückische Viruserkrankung und seine Spätfolgen ist auch heute noch lange nicht gewonnen, weil sie immer wieder aus Asien oder Afrika eingeschleppt wird. Treffen die Krankheitserreger dann auf eine Bevölkerung, die nicht (mehr) gegen Polio geimpft ist, könnten sie sich rasch ausbreiten - ähnlich wie kürzlich die Ebola-Epidemie in Afrika. Noch 2010 kam es in Tadschikistan zu einem schweren Ausbruch, der auch nach Russland verschleppt wurde.

Konsequenz gefordert! Weltweit.
Deswegen ist es wichtig, konsequent weiter zu impfen, wobei seit 1998 die Schluckimpfung - wegen eines (geringen) Risikos - nicht mehr angewandt wird.
Heute leiden In Deutschland noch über eine Millionen Menschen an den Spätfolgen einer Polio-Infektion oder Polio-Erkrankung.
Bei den meisten Polio-Erkrankten ist nach einem gewissen Training das angeschlagene und verminderte Nerven-Muskel-System wieder voll funktions- und belastungsfähig. Allerdings müssen Nerven und Muskeln nach der Erkrankung das Zehnfache ihrer normalen Leistung aufbringen. Deshalb arbeiten sie jahrzehntelang an der Leistungsgrenze. Irgendwann nehmen Kraft und Ausdauer ab, Muskeln und Gelenke schmerzen, oftmals sind Stürze die Folge oder es treten Atembeschwerden auf.

Post-Polio-Syndrom (PPS)
Die Kinderlähmung meldet sich dann, nach permanenter Überlastung, ein zweites Mal zurück, jetzt allerdings in Form eines eigenständigen Krankheitsbildes, des Post-Polio-Syndroms (PPS). Es kann Jahrzehnte nach der Kinderlähmung auftreten. Schäden des Nervensystems infolge einer Kinderlähmungsinfektion führen in etwa 30 Prozent der Fälle zum Post-Polio-Syndrom.
Auch vegetative Beeinträchtigungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Störungen oder auch ausschließliche Gesichtsnervenlähmungen können Symptome eines Post-Polio-Syndroms sein.
In unseren monatlichen Treffen der Polio-Selbsthilfe tauschen sich die Betroffenen aus über ihre Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken, Physiotherapien und Hilfsmitteln aus und unterstützen sich gegenseitig. Sie finden uns von März bis November an jedem 4. Freitag im Monat um 17.00 Uhr im Canisiusheim, Uhlandstr. 10 in 49326 Melle-Wellingholzhausen.
Ansprechpartnerin ist Marianne Stönner, Tel. (05429) 1283.
(W)

AMS
Die Polio Selbsthilfegruppe ist Mitglied der AMS, der Arbeitsgemeinschaft Meller Selbsthilfegruppen.
Die Mitglieder haben sich zur Aufgabe gemacht die Selbsthilfe in der Stadt Melle und Umgebung zu etablieren und zu stabilisieren.
Es werden Vorträge und Seminare für die Mitglieder organisiert und der jährliche öffentliche Aktionstag im christlichen Klinikum lädt zur Information und zum Austausch ein.
In 2015 wird es am 11. Oktober um die Themen Essstörungen und Traumata gehen. Kompetente Ärzte und Psychologen werden referieren.
Wenn sie sich mit ihrer bestehenden Gruppe der AMS anschließen möchte, Informationen zu Selbsthilfegruppen benötigen oder selbst eine Gruppe gründen möchten, wenden sie sich bitte an Frau Bunk, Tel. (05422) 7048755 oder Mail: ams.melle@gmail.com. Info unter www.ams-melle.de



Selbsthilfegruppe "Burnout"
Ausgebrannt sein ist ein Krankheitsbild, von dem Jahr für Jahr immer mehr Menschen betroffen sind. Eine Begleiterscheinung unserer schnelllebigen Zeit? Als selbst Betroffene haben wir 2012 eine Selbsthilfegruppe gegründet, die Menschen helfen kann, mit dem Burnout Syndrom besser klar zu kommen.

Permanent Vollgas
Anfangs wurde Burnout insbesondere mit Menschen aus helfenden Berufen in Verbindung gebracht. Wenig später galt es als typische Managerkrankheit. Heute ist man sich bewusst, dass jeder an Burnout erkranken kann.
Viele Menschen haben für sich verinnerlicht, dass sie im Beruf wie auch im Familienalltag höchsten Ansprüchen genügen müssen und wollen. Wer aber sein Bestes gibt, wird auch immer wieder feststellen, es hätte noch besser sein können. Und wer sich auf diese Weise beständig mit anderen vergleicht, wird nie zufrieden sein, mit dem was er tut. Es gibt immer jemanden, der etwas besser oder schneller kann als man selbst.
Aber das Motto "schneller, höher, weiter" bestimmt auch den Alltag dieser Menschen. Gut ist nicht genug, erleben wir so oft, dass wir es verinnerlichen.. Anstatt sich zu sagen: -"so wie ich es gemacht habe ist es gut und so reicht es aus"- kriegen wir die Zweifel nicht mehr aus dem Kopf, dass es vielleicht noch besser hätte sein können. Damit setzen wir uns selber unter Druck und permanenten Dauerstress aus.

Verhängnissvoller Perfektionismus
Darüber hinaus sind Menschen, die alles selbst machen wollen, die den Anspruch der Perfektion haben und immer souverän in ihrem Tun sein wollen, gefährdet, in die Burn-out-Spirale zu geraten. Auch die ständige Erreichbarkeit kann dazu führen, dass Körper und Geist sich nicht mehr entspannen können. Dabei ist ein Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung für die Gesunderhaltung eines jeden Menschen notwendig.
Doch ob wir das Leben als Dauerstress und täglichen Kampf, oder als sinnerfüllt und lebenswert erfahren, entscheiden wir in unserem Kopf und es ist von unserer ganz persönlichen Wahrnehmung abhängig. Deshalb ist es notwendig unseren Denkprozessen positive Anreize zu bieten, und unsere Wahrnehmung in eine Richtung zu lenken, die uns Zufriedenheit schenkt.

Hilfe in der Gruppe
Als Gruppe haben wir die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Oft ist es gut von anderen zu hören, wie sie mit schwierigen Momenten und Situationen umgehen. Dabei spielt die gegenseitige Wertschätzung und der Anspruch sich in den Gesprächspartner einzufühlen, um dessen Situation verstehen zu können, eine ganz entscheidende Rolle. Unsere Gruppe unterstützt durch Verständnis, kann allerdings keine ärztliche oder therapeutische Behandlung ersetzen.
Unser Treff richtet sich an alle, die Burnout-Betroffene sind oder die nach eigener Einschätzung kurz vor einem Burnout stehen und deshalb Menschen, bzw. einen Ort suchen, an dem sie Offenheit, Akzeptanz und Gemeinschaft erfahren können.

Stressmanagement
In diesem Jahr wollen wir uns auch einmal mit den Möglichkeiten des Stressmanagements beschäftigen. In diesem Bereich gibt es Wege, die es ermöglichen auch in anstrengenden und uns zeitweise überfordernden Berufs- und Alltagssituationen Frau/Herr der Situation zu bleiben. Diese Methoden sind leicht zu erlernen und können, wenn sie bewusst und zielgerichtet angewandt werden, viele schwierige Situationen deutlich verbessern. Notwendig ist und bleibt aber die persönliche Verpflichtung auf sich selber zu achten. Wer sich ständig vor den Karren anderer spannen lässt und nicht achtsam mit sich umgeht, wird auf kurz oder lang ausbrennen.

Unsere Gruppe
Unsere Gruppe besteht zurzeit aus zwei Frauen und fünf Männern. Wir treffen uns 1x im Monat von 19-20.30 Uhr im Ev.-Familienzentrum Melle, Stadtgraben 11-13. Wenn Sie mehr erfahren wollen, dann melden Sie sich gerne bei Diakon Dirk Ulrich ((05422) 2048). Den aktuellen Termin erfahren Sie auch auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft der Meller Selbsthilfegruppen: www.ams-melle.de
Dirk Ulrich

Willkommen in der AMS
Die Selbsthilfegruppe Burnout ist Mitglied der AMS, der Arbeitsgemeinschaft Meller Selbsthilfegruppen.
Die Mitglieder haben sich zur Aufgabe gemacht die Selbsthilfe in der Stadt Melle und Umgebung zu etablieren und zu stabilisieren.
Es werden Vorträge und Seminare für die Mitglieder organisiert. Der jährliche öffentliche AMS-Aktionstag im christlichen Klinikum lädt zur Information und zum Austausch ein. 2015 geht es am 11 Oktober um die Themen Essstörungen und Traumata gehen. Kompetente Ärzte und Psychologen werden referieren.
Wenn sie sich mit ihrer bestehenden Gruppe der AMS anschließen möchten, Informationen zu Selbsthilfegruppen benötigen oder selbst eine Gruppe gründen möchten, wenden sie sich bitte an Frau Bunk, Tel. 05422 7048755 oder Mail: ams.melle@gmail.com. Info unter www.ams-melle.de
Margit Bunk


Bei mir piept es! - Das Geräusch in meinem Ohr
Das hört sich zunächst einmal lustig an. Aber für von Tinnitus Betroffene ist das ganz und gar nicht lustig. Wenn es in den Ohren und im Kopf brummt, saust, zischt, klopft, dröhnt, rauscht, pfeift, rattert oder klingelt, kann Tinnitus die Ursache sein. Die Geräusche kommen aber nicht von irgendwelchen äußeren Schallquellen und können sich hartnäckig festsetzen.Ohrgeräusche kennt fast jeder einmal. Sie können ganz plötzlich auftauchen, dann aber auch gleich wieder vergehen. Manchmal allerdings nisten sich die Geräusche über Stunden oder sogar Tage ein und bereiten in Ohr und Kopf erhebliches Unbehagen.
Aber auch diese akut auftretenden Dauertöne können wieder verschwinden. Das ist vor allem der Fall, wenn die Ursache festgestellt werden kann und eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird.

Aber Tinnitus kann auch chronisch werden!
Etwa bei jedem hundertsten Betroffenem ist der Leidensdruck durch den Tinnitus so hoch, dass er sich zu einer Krankheit mit tiefgehendem Leiden entwickelt und schließlich als chronischer Tinnitus die gesamte Wahrnehmung des Betroffenen beeinflusst.
Wir, die Betroffenen hören ständig lästige Geräusche, ohne dass ein akustischer Reiz (ein Geräusch) auf unser Ohr eindringt. Dieser Zustand beeinflusst unser Wohlbefinden und schränkt unsere Lebensqualität erheblich ein. Das lästige Geräusch in unseren Ohren, führt oft dazu, dass wir die Balance im Alltag, im Familienleben und in der Berufstätigkeit verlieren. Konzentrations- und Schlafstörungen, Schwierigkeiten in der Kommunikation, Nervosität und eine Geräuschüberempfindlichkeit treten oftmals als Begleiterscheinung des Tinnitus auf.
In Deutschland geht die Wissenschaft davon aus, dass jährlich bei etwa über 250.000 Menschen das akute Ohrgeräusch in eine chronische Form übergeht. Ca. drei Millionen Bundesbürger leiden unter chronischem Tinnitus.

Tinnire
Tinnitus: der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort tinnire = klingeln, klimpern, schellen ab Unterschiedlichen internationalen Erhebungen zufolge haben etwa vier bis zwanzig Prozent aller Erwachsenen einen chronischen Tinnitus.
In dieser Zahl gibt es erhebliche Schwankungen, je nach Tinnitusform oder Alter und Geschlecht der Betroffenen. So berichten ältere Menschen zum Beispiel häufiger über Tinnitus.
Experten gehen in Deutschland von ca. drei Millionen Betroffenen aus. Ungefähr ein Drittel davon leiden unter einem Schweregrad von drei bis vier. Für bestimmte Berufsgruppen ist ein Lärmschutz daher unerlässlich.
Bedauerlicherweise leiden zunehmend junge Menschen unter Schwerhörigkeit, oft einhergehend mit Tinnitus. Häufig ist der Grund dafür überlaute Musik in der Diskothek oder über Kopfhörer. Hier gibt es nur einen guten Schutz: die Lautstärke muss runter!

Die Selbsthilfe Gruppe
In der Tinnitus- Selbsthilfegruppe haben wir uns zusammengefunden, um durch regelmäßigen Austausch miteinander den Mut nicht zu verlieren oder wieder zu finden. Wir sprechen über unsere Befindlichkeiten, hören einander zu, erfahren Unterstützung und Hilfe.
Darüber hinaus geben wir einander Anregungen und tauschen medizinische Informationen aus. Gemeinsame Unternehmungen sollen uns von Ohrgeräuschen ablenken (z.B. eine Radtour, oder eine Wanderung). Gemeinsam wollen wir Mut und Kraft entwickeln, Dinge hinzunehmen, die nicht zu ändern sind. Wir besuchen Vorträge und Veranstaltungen, die uns neue Erkenntnisse über Tinnitus und die dazu führenden Erkrankungen vermittelt. Unsere Gruppe ist Mitglied in der Tinnitus-Liga. Durch die Fachzeitungen der Tinnitus-Liga informieren wir uns über therapeutische Angebote, Rehabilitation, Angebote aus der Hörgeräteakustik und neue Ergebnisse in der Forschung.
Das Motto in unserer Gruppe lautet: Suche die Dinge, die dem Leben Freude geben. (Konfuzius)
Wir sind auf dem Weg ein Leben mit Ohrgeräuschen zu meistern. Neue Weggefährten sind herzlich willkommen. Unsere Gruppe trifft sich jeden 1. Freitag im Monat um 18.00 Uhr im Familienzentrum in Melle. (Stadtgraben 11-13)
Unsere Selbsthilfe-Gruppe wird unterstützt und gefördert durch das Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt im Landkreis Osnabrück und gehört zur Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen in Melle.
Kontakt: Telefon: (05422) 44870, Email: h.friedering@web.de
(F.W.)


Multiple Sklerose (MS) Selbsthilfegruppe "Mit Spaß" Melle
Was ist MS? Multiple Sklerose (MS) ist eine so genannte Autoimmunkrankheit. Hierbei ist die MS nicht mit "Muskel Schwund" oder ähnlichem zu verwechseln. Eine Schwierigkeit, über MS zu informieren, besteht in der Besonderheit dieser Krankheit. Sie lässt selber noch viele Fragen unbeantwortet und ist in Verlauf und Beschwerdebild von Patient zu Patient sehr unterschiedlich, so dass sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt machen lassen. Man nennt MS auch die "Krankheit mit den 1000 Gesichtern".
Zunächst: MS ist nicht ansteckend, nicht tödlich, nicht erblich, kein Muskelschwund und keine psychische Erkrankung. Auch die häufig in den Medien verbreiteten Vorurteile, dass MS zwangsläufig zu einem Leben im Rollstuhl führt, sind so nicht richtig.
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die ganz unterschiedlich verlaufen kann und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung.
Das Gehirn stellt eine Art Schaltzentrale dar, in der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden. Diese werden von verschiedenen Nervenfasern geleitet, die ähnlich wie elektrische Kabel von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben sind.
Diese Schutzschicht besteht aus einem Stoff, der Myelin genannt wird.
Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich dieser Schutzschicht, können die Botschaften nicht so wirkungsvoll übertragen werden. MS-Erkrankte können dann zum Beispiel Missempfindungen und Kribbeln verspüren, vermehrt stolpern oder Schwierigkeiten beim Sehen bekommen.
Das Auftreten von einem oder mehreren (multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen nennt man Schub. Ein Schub hat nichts mit einem plötzlichen Anfall zu tun - meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Nach dem Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten oder das entzündete Nervengewebe vernarbt (sklerosiert). Dieses vernarbte Nervengewebe leitet entsprechende Signale dann nicht mehr weiter.
In Deutschland gibt es ca. 134.000 Betroffene, bei denen die Krankheit festgestellt wurde. Es ist davon auszugehen, dass es eine größere Anzahl Betroffener gibt, bei denen die Krankheit noch nicht festgestellt wurde.

Die Selbsthilfegruppe "Mit Spaß"
Die Selbsthilfegruppe "Mit Spaß" entstand aus der Frage heraus: "Gibt es noch andere MS´ler oder bin ich alleine?" Mit dieser Frage im Kopf und dem Gefühl sich nicht verstecken zu wollen, entstand die MS-Selbsthilfegruppe-Melle.
Unsere Gruppe besteht nun seit Anfang 2012 und ist als Anlaufpunkt für MS-Betroffene und Interessierte gedacht. Hierbei findet ein Austausch mit Anderen über viele Fragen, wie z.B. Therapieformen, Umgang mit der Krankheit, Erfahrungen mit Ärzten / Krankenhäusern oder auch nur ein geselliges Zusammensein statt. Bei uns geht es nicht immer ernst zu, sondern es wird auch mal gescherzt und gerne gelacht. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe verschiedenen Alters.

Arbeit der SHG / Öffentlichkeit / Infostand
Die Selbsthilfegruppe setzt auch einen Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit. So tritt die Gruppe z.B. am Welt-MS-Tag (am letzten Mitwoch im Mai, eines jeden Jahres) oder auch in Kooperation mit der Schreiberschen-Apotheke, auf dem Meller Herbstfest auf, um über die MS zu informieren. (An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Herrn Hoffmann und sein Team). Es werden Flyer, Hefte, Broschüren und andere Infomaterialien bereitgehalten.
Mit unserer Fühlstraße können wir demonstrieren, wie sich verschiedene Symptome der Multiplen Sklerose anfühlen. Sehbeeinträchtigungen werden z.B. durch spezielle Brillen dargestellt. "Ameisen laufen" durch Sand, schwere Arme und Beine durch Gewichtsmanschetten, usw..
Der Infostand soll natürlich auch für das breite Publikum interessant sein und das Thema MS bekannt machen, sodass es immer mal wieder kleine Give Away´s für die Besucher "abzustauben" gibt. Hierbei gilt unser Dank auch an die Süßwarenindustrie, die uns tatkräftig unterstützt. Nicht immer, aber immer wieder.
Hinweisen wollen wir aber auch noch auf das 16. MS Symposium Osnabrück, welches am 6. Mai 2015 in den Räumen des Betriebsrestaurant im ehemaligen Telekom - Gebäude, Hannoversche Str. 6 - 8, Osnabrück stattfindet.
Eingeladen zum Symposium sind alle Interessierte, Ärzte und Betroffene um sich zu informieren.

Betroffenenbraterin / Tutor
In Niedersachsen gibt es verteilt 31 Betroffenenberater / innen (Tutoren), die durch die DMSG Niedersachen e.V. ausgebildet wurden. Im Stadt- und Landkreis Osnabrück gibt es derzeit drei Betroffenenberater.
Die Gruppenleitung der Meller SHG, Ramona Ramsbrock, wurde ebenfalls zur Betroffenenberaterin ausgebildet. Da Sie selbst ebenfalls Betroffene ist, kann sie viele Ängste und Sorgen der Betroffenen verstehen. Durch das Netzwerk von Tutoren untereinander, aber auch die Möglichkeit schnell und unbürokratisch auf viele Fragen zu Antworten, ist es den Betroffenenberater/innen möglich, weitere Hilfen und Informationen zu bieten.
Durch jährliche Fortbildungen ist gewährleistet, dass der Kenntnisstand immer aktuell bleibt.
Diese Berater stellen eine weitere Anlaufstelle für Betroffene dar.

Treffen der SHG und Kontakt
Die Selbsthilfegruppe "Mit Spaß" trifft sich am 2. Donnerstag im Monat, in der Gaststätte "Finale" am Wellenfreibad in Melle. Änderungen und Abweichungen vom Treffpunkt werden kurzfristig über die Internetseite bekannt gegeben.
Neu-Betroffene aber auch "Alte Hasen" sind immer herzlich Willkommen und gerne gesehen.
Weitere Informationen finden Sie unter http://ms-kontaktgru ppe-melle.jimdo.com
Ansprechpartner ist: Ramona Ramsbrock, Tel. (05422) - 962 46 37.


Selbsthilfegruppe "Demenz"
In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen Menschen mit Demenz. Die Diagnose Demenz verändert das Leben der Betroffenen und deren Umfeld grundlegend. Die meisten Demenzkranken werden von Familienmitgliedern zu Hause betreut und gepflegt.
Die "Demenz" als klar zu definierende Krankheit gibt es nicht. Zum einen gibt es verschiedene Formen der Demenz, zum anderen ist der Verlauf der Krankheit sehr unterschiedlich. Doch eins trifft immer zu: die Auswirkungen sind immens. Für die Erkrankten selbstverständlich, aber fast noch mehr für das unmittelbare Umfeld: den Ehepartner, die Kinder, die gesamte Familie. Viele Angehörige gehen leider immer noch nicht mit der Krankheit offen um, sie wird verheimlicht. Die Nachbarn sollen nichts merken, im Bekanntenkreis spricht man lieber über andere Themen und den Arbeitskollegen wird eine "heile" Familienwelt vorgegaukelt.

Demenz ist kein Tabu-Thema
Anders behandelt eine Meller Selbsthilfegruppe das Thema Demenz. Der Angehörigentreff "die andere Welt" trifft sich einmal im Monat, um sich offen und frei über die Krankheit, deren Symptome und den Umgang mit den Demenzkranken auszutauschen. Die Versorgung ihrer erkrankten Angehörigen ist sehr unterschiedlich. Ob komplett von den Angehörigen zu Hause umsorgt, ob ein Pflegedienst ins Haus kommt, ob Tagespflege, Kurzzeitpflege, zusätzliche Betreuung oder Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden, ob das erkrankte Familienmitglied in einer Altenpflegeeinrichtung wohnt oder 24-Stunden-Betreuungskräfte den Erkrankten versorgen, spielt keine Rolle. Die Sorgen und Nöte der Angehörigen sind alle gleich: die psychischen Belastungen sind immens. Nicht selten führen sie zu Depression und Burnout. Gemeinsam versuchen die Mitglieder vom Angehörigentreff wieder zu mehr Lebensqualität zurückzufinden. Es werden Erfahrungen weitergegeben, es werden Fragen gestellt, es wird beratschlagt und, wenn irgendwie möglich, weitergeholfen.

Info-Abende und Aktivitäten
Um möglichst viel über die Krankheit zu erfahren, werden mehrmals im Jahr Referenten zu den monatlichen Treffen eingeladen. Im Februar war gerade erst eine Ergotherapeutin zu Gast, die anschaulich darüber informierte, wie Ergotherapie einem demenzerkrankten Menschen helfen kann, verloren gegangene Handlungsfähigkeiten wieder zu erreichen und im Alltagsleben so lange wie möglich selbstständig zu bleiben. Am 5. Mai wird eine autorisierte Trainerin für Integrative Validation zum Thema "Die Welt der Menschen mit Demenz erleben und begleiten durch die Integrative Validation nach Richard (IVA)" referieren. Der methodische Ansatz der IVA besteht darin, die noch vorhandenen Ressourcen zu nutzen, mit diesen zu arbeiten und den demenzerkrankten Menschen mit seinen Gefühlen und Antrieben ernst zu nehmen. Entwickelt wurde die wertschätzende Kommunikations- und Umgangsform in der ambulanten, stationären und häuslichen Pflege demenzerkrankter Menschen von Nicole Richard. Mit ihrer Methodik hat sie ein Umdenken in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz bewirkt. Zu diesem hochinteressanten Vortrag sind auch Gäste herzlich willkommen. Dieser Vortrag findet am 05.05.2015 statt, Anmeldeschluss ist der 26.04.2015.
Einmal im Jahr wird nicht über Krankheit und Pflege nachgedacht und gegrübelt, sondern gemeinsam etwas unternommen. In der Vergangenheit waren dies ein Waldspaziergang, eine märchenhafte Phantasiereise ins eigene Innere und Brain-Walking im Meller Berg. Im kommenden Juli macht sich die Selbsthilfegruppe auf den Weg ins benachbarte Bad Essen zur Entspannung in der Salzgrotte. Das monatliche Treffen im September ist den erkrankten Angehörigen gewidmet. Gemeinsam mit ihnen steht ein Besuch im Automuseum an. "Geschichte auf Rädern" soll wieder so ein unvergessliches Erlebnis werden wie im vergangenen Jahr der Besuch des Archehofes. Auch hier können, nach vorheriger Anmeldung, Gäste teilnehmen.
Der Angehörigentreff ist immer offen für neue Mitglieder. Zu interessanten Vorträgen sind Gäste herzlich willkommen. Weitere Informationen, die genauen Termine, Uhrzeiten und Veranstaltungsorte erfahren Interessierte auf der Internetseite www.angehoerige-demenz-melle.de oder erhalten bei Rita Siepelmeyer unter der Telefonnummer (05422) 9239812 Auskunft.
(RS)


Depressionen
So etwas kann ich nicht bekommen. Ich stehe doch in meinem Leben fest auf dem Boden. Irrtum - Depressionen kann jeder Mensch bekommen! Nach Meinung von Experten werden 60% aller Depressionen nicht behandelt, weil die Anzeichen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sind. Dauer sowie Stärke sind so verschieden, dass es für Ärzte nicht leicht ist, eine Depression zu diagnostizieren.
Obwohl es sich um eine weit verbreitete Erkrankung handelt, wird nach Schätzungen nur bei jedem Zweiten Betroffenen die Depression erkannt. Betroffene deuten nicht selten typische Symptome als ganz normale Stimmungsschwankungen oder führen ihr Problem auf körperliche Beschwerden zurück, wie beispielsweise Rücken-, Kopf- oder Magenschmerzen zurück. Hinter diesen vermeintlich rein körperlichen Beschwerden verstecken sich nicht selten Depressionen, aber behandelt werden in der Regel nur die körperlichen Leiden.

Lassen Sie sich helfen!
Für viele Menschen ist eine psychische Erkrankung immer noch ein Tabuthema. Sie schämen sich, sogar mit ihrem Arzt darüber zu sprechen.
Ärzte und Selbsthilfegruppen versuchen durch Offenheit und Aufklärung diesen Irrglauben aus der Welt zu schaffen.
Nur eine frühe, korrekte und individuelle Diagnose kann zu einer erfolgreichen Behandlung führen.
Wenn sie bei sich, bei Verwandten oder Freunden Anzeichen einer Depression bemerken, scheuen sie sich nicht, den Betroffenen anzusprechen oder als selber Betroffener einen Arzt aufzusuchen.
Depressionen verursachen unterschiedliche Symptome - Betroffene fühlen sich ohne Energie, unkonzentriert und ausgelaugt. Vieles fällt ihnen schwer, was ihnen früher problemlos von der Hand ging.
Eine Depression ist oft auf viele individuell zusammenwirkende Ursachen zurückzuführen und genauso vielfältig äußert sich die Erkrankung.
Trotzdem gibt es einige unverkennbare Anzeichen.
So etwa da Gefühl, nichts mehr zu empfinden, kraftlos, ohne Antrieb, mut- und freudlos zu sein. Plötzlich erscheinen Sachen, die früher Spaß machten, bedeutungslos, und selbst einfachste Tätigkeiten werden als sehr anstrengend empfunden.

Betroffene äußern sich oft so:
Am liebsten würde ich gar nicht aufstehen, weil ich mich oft schon morgen wie erschlagen fühle. Mir fällt alles schwer und ich fühle mich ausgelaugt und überfordert.
Ich fühle mich nutzlos, habe gar kein Selbstvertrauen und kann nichts dagegen machen.
Ich grüble vor mich hin und kann kaum noch schlafen.
Mir kommt alles sinnlos vor und mir macht nichts mehr Spaß.
Ich fühle mich immer müde und habe keinen Antrieb.
Mein Leben ist so freudlos geworden, ich habe an nichts mehr Interesse.
Ich habe Angst zu versagen und vor der Zukunft.
Ich bin immer so nervös und habe oft Schmerzen.
Ich habe gar kein Selbstwertgefühl, ich bin doch zu nichts nutze.
Ich habe keinen Spaß mehr am Leben, am liebsten würde ich Schluss machen.

Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Schwere der Erkrankung entscheidet der Arzt über die Art der Behandlung, wie etwa die Einnahme von Antidepressiva, Psychopharmaka, Psychotherapie und unterstützende Therapien. So vielschichtig die Erkrankung, so vielfältig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten.

Eine Behandlung mit Medikamenten
ist meist unverzichtbar. Es stehen viele, verschieden, antidepressiv wirkende Medikamente zur Verfügung.

Genau so wichtig ist eine psychothera-peutische Behandlung
Auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze. Je nach schwere und Art der Erkrankung gibt es unterschiedliche Formen der Psychotherapie. Diese basieren auf unterschiedliche Gesprächannahmen: Da gibt es die kognitive Verhaltenstherapie, bei der der Patient lernt, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zum Positiven zu überschreiben. Bei der Tiefenpsychologie gibt es Therapien, die speziell für Depressionserkrankte entwickelt wurden.

Unterstützende Therapien sind aber ebenso wichtig
bei der Behandlung einer Depression. Hier steht eine breite Palette an Angeboten zu Verfügung, wie etwa Bewegungstherapie oder Tanztherapie, aber auch Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Kunsttherapie oder etwa Yoga gehören auch dazu. Das Ziel aller unterstützenden Therapien ist körperliche Erholung durch Bewegung, Selbstbestätigung und Bewältigung des Alltags.
Jeder Betroffene kann selbst etwas für sich tun, in dem man sich seinem Arzt anvertraut oder etwa mit einem Freund oder Verwandten über seine Probleme spricht.
Wichtig ist das eine Behandlung so früh wie möglich einsetzt, denn je früher um so kürzer und milder ist in der Regel der Verlauf der Depression.
Angehörige oder Freunde sind für den Betroffenen sehr wichtig.
Wenn Angehörige und Freunde helfen wollen, sollten sie sich über die Erkrankung genau informieren um auch die eigenen Grenzen zu erkennen. So wichtig helfende Unterstützung auch ist, so können durch das Verhalten des Depressiven auch negative Gefühle ausgelöst werden. Häufig kommt es auch zu Überlastungen für Angehörige, weil sie zunehmend Aufgaben übernehmen, die früher von dem Erkrankten erledigt wurden.
Außerdem ist es sehr schwer, einen geliebten Menschen so zu erleben und leiden zu sehen.
So sollten auch die Umwelt, ohne Vorwürfe, mit dem Erkrankten, offen über die eigenen Gefühle sprechen.
Versuchen sollten die Angehörigen und Freunde dem Depressiven Hoffnung zu geben und positive Perspektiven aufzuzeigen.

Wichtig
ist es, das Angehörige auf den Erkrankten achten, ohne zu bevormunden. Viel besser ist es, durch die direkte und positive Unterstützung und Anregung die depressive Spirale zu unterbrechen.
Auf jeden Fall sollten solche Sätze wie "nimm dich zusammen" oder "früher konntest du das doch" vermieden werden, denn sie verstärken das Schuldgefühl des Erkrankten. Auch Ratschläge können Schläge sein.
Geduldiges Zuhören, Zeit miteinander verbringen und situationsbedingt einfach nur da zu sein und beiseite stehen.

Selbsthilfegruppen
sind zusätzlich eine sehr gute Hilfe. Mit Gleichbetroffenen kann man sich austauschen, gegenseitig Rat und Tipp`s geben, Erfahrungsaustausch mit und über Ärzten und Kliniken und vieles mehr kann die Selbsthilfe leisten.
Die Gruppe in Melle ist der Arbeitsgemeinschaft der Meller Selbsthilfegruppen angeschlossen. An jedem 1. und 3.Donnerstag findet ein Treffen statt. Es handelt sich um Betroffene aus Melle und Umgebung die zehn Teilnehmer umfasst und damit eine Größe erreicht hat, dass keine neuen Teilnehmer mehr aufgenommen werden können, um in der Gruppe ein vertrautes Miteinander und Untereinander zu gewährleisten und jeder die Chance hat einmal zu Wort zu kommen. Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegenseitig zu helfen, mit der Depression zu leben. "Oft können wir uns in der Gruppe besser verstehen, als unsere Angehörige. Da diese Gruppe mit 10 Personen ihre maximale Mitgliedergröße erreicht hat, wird zurzeit im Kreishaus, beim Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt, Ansprechpartnerin: Claudia Rottmann, Tel. (0541) 501-3128, eine neue Gruppe aufgebaut. Wer Betroffen ist und Bedarf an einer Gruppe hat, melde sich bitte bei Frau Rottmann.
(F.W.)


Fibromyalgie - Syndrom
Es war einmal - so fangen normalerweise Märchen an. Aber dieses hier ist kein Märchen. Es geht um ein Kind von dreizehn Jahren, nennen wir sie Beate, das plötzlich über Schmerzen im Rücken klagte. Die Mutter ging mit ihr zum Arzt. Der konnte nichts finden. "Das ist eben unsere typische Magermilchpulver Generation" Wir hatten das Jahr 1961. Es wurden ein paar Kalktabletten verordnet. Geholfen haben sie nichts, aber sie schmeckten wenigstens sehr gut.
Der nächste Arzt war der Meinung: "Das Kind ist zu schnell gewachsen" Es wurden Aufbaupräparate verschrieben. Geholfen haben sie auch nicht.
Ein anderer Arzt war der Meinung, dass ein Gipsbett helfen würde. Das eine Jahr Gipsbett wurde eine Tortur. Die Schmerzen waren immer noch da.
Man kam auf die Idee, dass es sich um eine "vegetative Dystonie" handelte. Es konnte ja nichts anderes sein. Der Rücken war zwar nicht in Ordnung. Aber das konnte unmöglich solche Schmerzen verursachen.
Alle möglichen Untersuchungen waren negativ. Es gab keinen vernünftigen Grund für die Schmerzen.
Aus dem Mädchen wurde eine Frau. Sie heiratete, bekam Kinder und glaubte langsam auch daran, dass sie sich die Schmerzen nur einbilden würde. Es wurde schließlich bei keiner Untersuchung etwas gefunden.
"Nimm dich zusammen, du hast nichts!" Beate resignierte und versuchte sich mit den Schmerzen zu arrangieren.
Manchmal, wenn die Schmerzen zu stark waren, startete sie einen neuen Versuch und suchte einen Arzt auf - der natürlich auch wieder nichts fand. Es wurden alle möglichen Medikamente verordnet, die außer Nebenwirkungen nichts brachten.
Wie im Märchen gingen die Jahre dahin. Wieder einmal waren für Beate die Schmerzen unerträglich. Sie war inzwischen über fünfzig Jahre alt. Auf Anraten ihres Hausarztes suchte sie einen Orthopäden auf.
Nach einer längeren Untersuchung kam der Arzt zu einem Ergebnis.
"Sie haben Fibromyalgie!" Endlich eine Diagnose! Die Schmerzen hatten einen Namen.
Aber was zum Kuckuck ist Fibromyalgie? Die Erkrankung äußert sich durch chronische Schmerzen, die überall am ganzen Körper verteilt sind und mit vielen anderen Begleitsymptomen.
So weit so gut - oder auch nicht - wie ging es nun weiter? Selbst der Hausarzt konnte mit der Diagnose nicht viel anfangen.
Etwa zu der gleichen Zeit gab es eine Veranstaltungsreihe, initiiert vom Landkreis Osnabrück zu genau diesem Krankheitsbild. Selbstverständlich musste Beate dort hin.
Sie war sehr erstaunt, einen überfüllten Saal vorzufinden. Sooo viele Menschen haben die Krankheit!! Inneres Jubeln - du bist nicht alleine. Du hast dir nichts eingebildet.
Unmittelbar nach Beendigung dieser Reihe kam es in Melle zur Gründung einer Selbsthilfegruppe. Endlich war Beate nicht mehr alleine. Da waren jetzt Menschen, die genau wussten, über was Beate sprach, wie sie sich fühlte, wie es ihr geht.

Die Selbsthilfe - Was bedeutet das?
In dem Schutzraum Selbsthilfegruppe (SHG) fängt eine starke Gemeinschaft von Selbst-Betroffenen die oftmals Verzweifelten auf.
Neben ausführlichen Informationen über das Krankheitsbild, die immer dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen, erfahren Sie dort praktische Hilfe und Unterstützung, damit diese Schmerzerkrankung Sie nicht immer tiefer in die soziale und psychische Isolation führt.
Unsere SHG hilft u. a. durch regelmäßigen Austausch untereinander - die aus der Erkrankung oftmals entstandenen Mut- und Hoffnungslosigkeit in Motivation und Zuversicht zu verwandeln. Dadurch erhöht sich die Lebensqualität und hilft Ihnen, Ihre Erkrankung eigenständig zu bewältigen.
In unserer Gruppe werden nicht nur medizinische Informationen, sondern auch viele verschiedene Aktivitäten groß geschrieben. Die Spannbreite unserer Angebote reicht von Vorträgen, Klinikbesichtigungen, regionalen Freizeitunternehmungen, Rehasport bis zu überregionalen Informationstagen und Gesamttreffen mit anderen Gruppen unseres Dachverbandes (Deutsche Fibromyalgie Selbsthilfe e.V. Landesverband Niedersachsen).
Unsere Gruppenleiterinnen erhalten darüber hinaus regelmäßige Fortbildungen über unseren Dachverband, um den verantwortungsvollen Aufgaben gewachsen zu sein.

Noch eine sehr wichtige Nachricht!
Seit einem guten Jahr ist nichts mehr, wie es vorher war. Man muss jetzt über neue Therapieansätze nachdenken.
Dass das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) keine rheumatische Krankheit ist, ist seit 1997 bekannt (s. "Psychorheumato - logische Diagnostik in der Praxis", Prof. Dr. med. Hartwig Mathies).
Immer wieder diskutiert und im Laufe der Jahre ebenfalls ausgeschlossen, wurden u.a. die Diagnosen Muskel- oder psychosomatische Erkrankung.
Eine Störung der Schmerzverarbeitung gilt als gesichert.
Die neuesten Forschungsergebnisse, die im Frühjahr 2013 von der Universität Würzburg veröffentlicht wurden, weisen nach, dass das FMS eine Schädigung der kleinkalibrigen schmerz-leitenden Nervenfasern ist.
Die Würzburger Neurologin Nurcan Üceyler wurde für diese Erkenntnisse im Mai 2014 mit einem hoch dotierten Preis auf dem Gebiet der Schmerzforschung ausgezeichnet.
Bei unseren Treffen können Sie hierüber detaillierte Informationen erhalten: jeweils am 2. Donnerstag im Monat von 19.30 - 21.30 Uhr im Alten Gesundheitsamt (Wallgarten 1) und/oder am 4. Donnerstag im Monat von 9.30 - 11.30 Uhr) im Christlichen Seniorenstift (Johann-Uttinger-Str. 1).
Weitere Informationen auch gern, wenn Sie uns unter der Telefonnummer (05428) 2173 anrufen.
(F.W.)


Sehbehinderung
In der Bundesrepublik gibt es über 155.000 blinde und ca. 500.000 sehbehinderte Menschen. Davon leben ca. 12.000 Blinde und ca. 35.000 Sehbehinderte allein hier in Niedersachsen. Zusätzlich erblinden jedes Jahr erblinden ca. 28.000 Menschen neu.

Formen der Makula
Die Ursachen für eine Erblindung sind sehr unterschiedlich. Es gibt Geburtsblinde z.B. durch eine Rötelerkrankung der Mutter während der Schwangerschaft, oder durch Sauerstoffmangel unter der Geburt. Am Häufigsten erblinden Menschen im Alter, z.B. durch Diabetes, der zu Netzhautschäden führen kann. Die altersbedingte Makula (=Netzhaut)degeneration tritt in zwei Formen auf und ist schmerzlos. Die trockene Makuladegeneration ist die häufigste.
Sehstörungen, die damit verbunden sind, entwickeln sich langsam und sind erst im fortgeschrittenen Stadium ausgeprägt. Lesen und andere Arbeiten sind zunächst erschwert, weil das Blickfeld im Zentrum allmählich an Sehschärfe verliert. Seltener, aber schwerwiegender, ist die feuchte Makuladegeneration. Die Betroffenen sind erheblich behindert, weil sie schneller zum Verlust des zentralen Sehens führt.

Das Glaukom
Der sogenannte "grüne" Star, der Name hat nichts mit dem Singvogel zu, sondern leitet sich ab von dem starren Blick, den die Betroffenen kriegen, wenn das Glaukom nicht behandelt wird. Es schädigt den Sehnerv und schränkt auf Dauer das Sehvermögen ein, bleibt aber meist lange Zeit unbemerkt. Im schlimmsten Fall erblindet das Auge. Deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung sehr wichtig. So kann die Glaukom (Grüner Star, Auge, Erblindung) Sehkraft erhalten bleiben. Ein erhöhter Augeninnendruck ist mit Abstand die häufigste Ursache eines Glaukoms.

Der "graue" Star
Daneben gibt es noch den "grauen" Star, der in jedem Alter auftreten kann, wobei der Altersstar der häufigste ist. Er entwickelt sich meist ab dem sechzigsten Lebensjahr.
Die Augenlinse verliert zunehmend ihre Elastizität, verhärtet sich und trübt sich dann ein. Dennoch können auch schon Jugendliche, Kinder oder sogar Neugeborene betroffen sein. Durch eine Operation lässt sich das Sehvermögen meistens wieder deutlich verbessern. Es handelt sich hierbei um die häufigste Augenoperation überhaupt.

Wichtige Früherkennung
Egal um welche Augenerkrankung es sich handelt - und es gibt deren eine Vielzahl -, bedeutet sie immer einen schweren Lebenseinschnitt.
Eine regelmäßige Untersuchung bei einem Augenarzt kann durch frühe Erkennung unter Umständen das Augenlicht retten.
Der völlige und teilweise Verlust des Sehvermögens wirkt sich in erster Linie als gravierende Einschränkung im Leben aus. Das betrifft den privaten Bereich, das Berufsleben, und beschränkt die Möglichkeiten zu Information, behindert die Mobilität und beeinflusst die Kommunikationmöglichkeiten. Das führt zu konkreten Benachteiligungen der betroffenen Menschen in vielen Lebensbereichen.

Drohende Vereinsamung
Eine Erblindung zieht in vielen Fällen den Verlust des bisherigen Arbeitsplatzes nach sich. Damit einhergehend die Befürchtung, nicht mehr gebraucht zu werden. Dazu die oft damit verbundene Minderung gesellschaftlichen Ansehens und die Gefahr der Vereinsamung, was zusätzlich als Ausgrenzung erlebt wird. Die völlige Veränderung der bisherigen Lebenssituation und die notwendige Neuorientierung erscheinen zunächst unüberwindbar. Hinzu kommt die seelische Belastung der Betroffenen und der mit ihm verbundenen Menschen, wie Angehörigen und Freunde.

Hilfe durch Selbsthilfe
Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen dient der Gesundheitsförderung und stärkt die Kompetenz in eigener Sache.
Deshalb haben wir uns in Melle zu einer Selbsthilfegruppe zusammengefunden und treffen uns an jedem 1. Dienstag im Monat um 16 Uhr im Cafe Beinker, Markt 12, 49324 Melle.
Wir unterstützen uns gegenseitig durch Gespräche, Tipps und Informationen. Natürlich kommt auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz.
Interessierte Betroffene sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen - allein oder auch mit Begleitung.
Ansprechpartnerin bzw. Informationen: Eva-Ingeborg Bergmann, Tel. (05422) 45450 oder Blinden und Sehbehindertenverein Osnabrück, Emsland-Bentheim e.V., Pagenstecherstr. 4, 49090 Osnabrück. Tel. (0541) 63999.


Der wertschätzende Umgang mit Menschen mit Demenz
Validation (lat.) bedeutet "für gültig zu akzeptieren". Sie ist sowohl eine Methode als auch eine Haltung im Umgang mit Menschen mit Demenz. Die "Integrative Validation nach Richard®" (IVA) ist eine Methode für den Umgang und die Kommunikation mit diesen Menschen.
Der Angehörigentreff "die andere Welt" hatte am Dienstag, den 05.05.2015 die autorisierte Trainerin für IVA Andrea Brinker aus Soest zu Gast. 25 interessierte Zuhörer informierten sich an diesem Abend über den methodischen Ansatz der IVA, die noch vorhandenen Ressourcen zu nutzen, mit diesen zu arbeiten und den demenzerkrankten Menschen mit seinen Gefühlen und Antrieben ernst zu nehmen. Entwickelt wurde die wertschätzende Kommunikations- und Umgangsform in der ambulanten, stationären und häuslichen Pflege demenzerkrankter Menschen von Nicole Richard. Mit ihrer Methodik hat sie ein Umdenken in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz bewirkt.

Die Welt der Menschen mit Demenz verstehen und begreifen
Wie können pflegende Angehörige und professionelle Pflegerinnen und Pfleger Zugang zu den Erlebniswelten von Menschen mit Demenz finden? Wie kann sich der konkrete Umgang gestalten, wenn sich Menschen in "anderen Wirklichkeiten" befinden? Wie kann ich auf Menschen mit Demenz zugehen, Gespräche führen und mit ihnen im Austausch sein? Frau Brinker hatte zahlreiche Beispiele zur Hand. Ein Demenzerkrankter schaut in den Spiegel und erkennt sich nicht. "Da ist ein Fremder in meiner Wohnung!" Was tun? Den Spiegel abnehmen oder zuhängen! Ein anderer Demenzerkrankter schaut in den Spiegel und sagt: "Schön, dass du da bist!" Dann am besten noch mehr Spiegel aufhängen.
IVA bestätigt und benennt Gefühle (z.B. Trauer, Ärger, Misstrauen) und Antriebe (z.B. Ordnungssinn, Fürsorge), erklärt sie für gültig und richtungweisend. Menschen mit Demenz fühlen sich verstanden und ernst genommen. IVA baut Vertrauen auf, wirkt identitätsgebend und stärkt durch das Aufgreifen von Gefühlen und Antrieben die lebendigen Kompetenzen der Betroffenen. IVA ist entwicklungsorientiert und berücksichtigt die Rahmenbedingungen der praktischen Altenpflege und Begleitung von Menschen mit Demenz.
Das bedeutet konkret, Angst, Wut, Trauer usw. nicht benennen: "Warum bist du so wütend?" Richtig ist es, den Erkrankten jetzt einfach mal in den Arm nehmen, trösten, ablenken. "Wir machen das jetzt zusammen!" (z.B. Frühstück).

Vom Tun und Handeln Demenzerkrankter
Auch gegenüber Dritten sollte das Tun und Handeln des demenzerkrankten Angehörigen Wertschätzung erfahren. Es ist Spargelzeit. Auf dem Markt kaufen Tochter und Mutter jenes Gemüse. Die Mutter fasst jede Spargelstange an. Der Verkäufer schaut etwas genervt. "Ja, meine Mutter ist sehr qualitätsbewusst!" könnte eine pfiffige Antwort lauten.
Sohn und Vater gehen spazieren. Ihnen kommt eine etwas korpulente Person entgegen. "Ist der/die aber dick." sagt der Vater laut. Jetzt kann man vor Scham in den Boden versinken oder antworten: "Ja, ja, manche Menschen haben viel Kuschelzone!" erläuterte die Referentin.
Beim Umgang mit Demenzkranken kann es sehr wichtig sein, Schlüsselwörter zu benutzen, die sich auf das frühere Leben beziehen. Eine Frau im Altersheim macht morgens als erstes ihr Bett und vielleicht auch noch die in den nächsten beiden Zimmern. "Sie sind doch die Dame, die im Hotel gearbeitet hat."

Erst dreimal durchatmen
Frau Brinker hatte noch viele, viele weitere Beispiele und Anregungen "im Gepäck". Erst dreimal atmen und dann sprechen, gab sie den Zuhörern als obersten Grundsatz mit auf den Weg. Ziel der integrativen Validation ist es, einen Zugang zur Erlebenswelt des desorientierten Menschen zu finden und mit Wertschätzung und Empathie dessen Wahrnehmungen und den daraus folgenden Reaktionen zu begegnen, um so einen möglichst hohen Grad an Lebensqualität und Selbstständigkeit für ihn zu erhalten.
Nach zwei Stunden ging der Infoabend mit ganz neuen Erkenntnissen der interessierten Zuhörer zu Ende. Frau Brinker bekam einen kräftigen Applaus und viel Zustimmung aus dem Publikum.
(RS)


Wie - du bist krank? - Man sieht dir doch gar nichts an!
Das Gemeine ist, das man die Erkrankung " Fibromyalgie" wirklich kaum jemanden ansieht. Da bekommt man zu hören: "Na, du siehst aber gut aus. Dir muss es doch richtig gut gehen." Wir Betroffenen haben im Laufe der Zeit gelernt, damit umzugehen.
Leider geht es uns aber selten wirklich gut. Fibromyalgie tut manchmal verflixt weh. Der ganze Körper schmerzt und man würde sich am liebsten irgendwo verkriechen. Wir sind dann auf unsere Familien und Freunde angewiesen, die uns auffangen, uns Arbeiten abnehmen, zu und hinter uns stehen. Schön, wer von uns solche Menschen hat. Dafür sind wir auch sehr dankbar.
Und dann gibt es zum Glück auch noch die Selbsthilfegruppe. Hier gibt es Gleichbetroffene und "Leidensgenossen". Wir tauschen uns aus mit neuen Informationen über gemachte Erfahrungen usw.
Aber wer jetzt glaubt, dass wir uns nur gegenseitig etwas vorjammern, ist weit im Irrtum. Natürlich darf man sich in der Gruppe auch ausweinen und seine Probleme loswerden. Jeder von uns hat einmal das Bedürfnis.

So, genug gejault
Dann richten wir uns gegenseitig wieder auf, sind einfach nur füreinander da und wenn nötig, helfen wir uns auch außerhalb der Gruppe gegenseitig.
Manche sagen: "Die Selbsthilfegruppe brauche ich nicht. Ich bekomme alle Informationen, die ich benötige, auch im Internet." Schö
n, aber das Internet kann niemanden in den Arm nehmen. Dabei ist gerade das manchmal so verdammt notwendig.

Jetzt geht es mit Schönerem weiter
Manches Mal geht es bei unseren Treffen sehr albern, ausgelassen und turbulent zu. Da nehmen wir uns und unsere Erkrankung auch schon mal auf die Schippe. Wir können lauthals über uns selber lachen. Denn Lachen tut so gut.
Außerdem haben wir regelmäßig unsere Ausflüge, die wir gerne wahrnehmen und die immer in der Sommerpause stattfinden.
So ging der Kurztrip einmal in den Tierpark in Olderdissen, ein anderes Mal war das Bauernhausmuseum in Bielefeld unser Ziel.
Ganz besonderen Spaß machte es, unter fachlicher Anleitung, selber Lollies herzustellen, im "Salz - und Zuckerland" in Bad Oeynhausen.
In diesem Jahr haben wir eine Führung an der Bifurkation gebucht. Solche kleinen Ausflüge klingen immer in gemütlicher Runde mit einem gemeinsamen Essen aus, zu dem jeder Beteiligte etwas beiträgt.

Auch von besonderem Reiz
sind die Vorträge, zu unterschiedlichen Themen - nicht immer nur über die Fibromyalgie - zu denen auch immer Nicht-Mitglieder und Gäste herzlich willkommen sind.
So hatten wir schon zweimal eine Referentin zum Thema Schmerztherapie bei uns. Ein Logopäde brachte uns unter anderem das richtige Atmen näher und auch der Vortrag über Schüßlersalze war sehr informativ.

Der nächste Vortrag
zu dem wir auch Sie herzlich einladen, findet an unserem nächsten Gruppenabend statt. Die Referentin ist die staatlich anerkannte Diätassistentin Frau Kathrin Pilkenroth, mit dem Thema: Mineralien, Vitamine und Eiweißquellen in der veganen und vegetarischen Ernährung - ist der Bedarf des Körpers gedeckt? - Vor- und Nachteile vegetarischer Ernährungsweisen. Der Vortrag findet im ehemaligen Gesundheitsamt, in unserem Gruppenraum, Wallgarten 1 am 11. Juni 2015 um 19.30 Uhr statt. Anmeldungen bitte bei Jutta Vette, Tel. (05422) 8720 oder Felicitas Wellner, Tel. (05428) 2173.

Ein ganz besonderes Highlight
ist immer im November der Büchertisch. Da stellen uns Mitarbeiterinnen der Buchhandlung Sutmöller mit viel Liebe und Leidenschaft neue und alte, aber immer interessante Bücher vor. So landet das eine oder andere Buch zu Weihnachten schon mal auf den Gabentischen.
Den Jahresabschluss bildet immer unser gemeinsames, mit vielen kulinarischen, literarischen, musischen oder dekorativen, von jedem Beteiligten liebevoll hergestellt und mitgebracht Zutaten, die zu einem gelungenen Abend beitragen.

Darum ist Selbsthilfe wichtig:
gemeinsam Lachen und Weinen, Helfen und Geholfen werden, Zuhören und Reden-dürfen, in den Arm nehmen und in den Arm genommen werden. Und alles bleibt in den Wänden des Gruppenraumes. Jede kann sich auf die Verschwiegenheit der Anderen verlassen. Das ist besonders wichtig.
Selbsthilfe tut ganz einfach gut!
F.W.


Erfahrungen einer Hörgeschädigten
Mein Weg aus der Taubheit - durch das Cochlea Implantat (kurz CI genannt) zurück zum Verstehen. 1985 erfuhr ich, dass ich schwerhörig bin. Es war für mich ein Schock. Die Schwerhörigkeit nahm immer mehr zu. 1991 erfuhr ich durch einen Arzt, dass man nichts dagegen tun kann. Für mich ging die Welt unter. Da ich immer weniger verstand, zog ich mich immer mehr von den Menschen zurück.
Das Schlimmste daran war, dass keiner es zu merken schien. Das gab mir das Gefühl für andere nicht wichtig zu sein. Meine Bemühungen, anderen zu verdeutlichen was ich verstehen konnte, kamen nicht an. Möglichkeiten der Kommunikation durch Gesten oder direktes Ansehen, damit ich von den Lippen ablesen konnte, wurden nicht angenommen. All dies ließ mich verzweifeln. Dann erfuhr ich von dem Cochlea Implantat.

Cochlea-Implantat
Das Cochlea-Implantat ist eine technische Hörhilfe, deren Aufgabe darin besteht, die Funktion des Innenohres zu ersetzen. Diese Prothese ist für Erwachsene und Kinder geeignet, denen herkömmliche Hörgeräte kein Sprachverstehen (mehr) ermöglichen.
Besonders bei hochgradig hörgeschädigten Erwachsenen und Kindern dient das CI als Basis für die Hör- und Sprachentwicklung.
Ich traf Menschen die damit schon hören gelernt hatten. Ein Teil wird unter die Kopfhaut gepflanzt. Es ist ein anderes Hören. Davon merke ich heute nichts mehr. Weil ich der Stimme Gefühle und Eigenschaften zuordne.
Das war für mich der Weg aus der Stille und die Brücke zu den Mitmenschen.
Wie das ist kann sich keiner vorstellen, da die Ohren nicht abgestellt werden können.
Es gibt keinen Maßstab dafür, wie jemand damit zurecht kommt. Es bleibt immer etwas, was man damit nicht kann. Man wird nicht wieder gut hörend. Ich habe es jedoch nicht bereut.
Wichtig ist, dass der andere einen ansieht, deutlich spricht, nicht zu weit entfernt ist, nicht schreit und sich in einem Raum befindet, der es dem Hörgeschädigten ermöglicht zu verstehen.
Nicht gut und genau hören zu können grenzt aus. Es ist sehr wichtig, offen mit der körperlichen Einschränkung umzugehen.

Selbsthilfe
1998 gründete ich eine Selbsthilfegruppe, anfangs mit 15 Mitgliedern. Das hat mir geholfen. Die Selbsthilfegruppe ermöglicht den Austausch mit ebenfalls Betroffenen. Hier muss man sich nicht erklären.
Seit 2002 verfügt diese Gruppe über eine Übertragungsanlage die es ermöglicht Gruppenleben zu gestalten und auch an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen.
Nähere Informationen zu meiner Selbsthilfegruppe erhalten sie bei der AMS, der Arbeitsgemeinschaft Meller Selbsthilfegruppen, E-Mail: ams.melle@gmail.com, Tel. (05422) 7048755

Woraus besteht ein Cochlea-Implantat?
Ein Cochlea-Implantat besteht aus mehreren Komponenten. Zu ihnen gehören ein Mikrophon, eine Signalverarbeitungseinheit, eine Energieversorgung, eine Vorrichtung zur Signalübertragung und eine Stimulationseinheit zur Abgabe elektrischer Reize. Zur Reizung (Stimulation) des Hörnervs dienen Elektroden in der Hörschnecke.
Die elektrische Verbindung zwischen diesen metallischen Kontakten und den Hörnervenfasern bildet die leitende Flüssigkeit des Innenohres. Der elektrische Strom eines Pulses fließt von der Reizelektrode durch diese Flüssigkeit, die Nervenfasern und das dazwischen liegende Gewebe zu einer Referenzelektrode, die sich entweder ebenfalls im Innenohr oder außerhalb der Schnecke im Muskelgewebe befindet.

Voraussetzungen für ein CI
Nicht jeder Mensch, der über ein ungenügendes oder gar kein Hörvermögen verfügt, kommt für die Versorgung mit einem CI in Frage. In jedem einzelnen Fall müssen die Voraussetzungen im Zuge einer präoperativen Diagnostik durch Fachärzte und Therapeuten geprüft werden.
(MV)


Neue Selbsthilfegruppe "Depressionen"
Das Wort Depression leitet sich ab vom lateinischen "deprimere", was soviel heißt wie "herunterdrücken". Depressive Störungen gehören zu den häufigsten seelischen Störungen überhaupt. Eine Depression zu haben bedeutet entgegen weitläufiger Vorurteile nicht, dass man geisteskrank oder verrückt ist.
Depressionen schlagen sich jedoch nicht nur in den Gefühlen wieder. Sie beeinträchtigen den gesamten Menschen in seinem körperlichen Empfinden, seinem Denken und seiner Stimmung. Auch in seinen Bezügen zur eigenen Person, zu seinem Umfeld und zu seiner Zukunft ist der Betroffene stark beeinflusst. Es werden also alle Bereiche des Lebens umfasst.
Depressionen sind kein vorübergehendes Stimmungstief.
Jeder von uns kennt die Situation, dass er schlecht gelaunt ist, traurig, verzweifelt. Niedergeschlagenheit nach negativen Erfahrungen ist normal. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden häufig Wörter verwendet wie "deprimiert", "depressiv sein". Vorübergehende Stimmungstiefs dürfen aber nicht verwechselt werden mit der Erkrankung Depression.
Hellt sich schlechte Stimmung auch nach erfreulichen Ereignissen nicht wieder auf, ist das Denken und Fühlen über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt, dann handelt es sich um eine ernstzunehmende medizinische Erkrankung, die durchaus lebensbedrohlich werden kann.
Depressionen werden auch als multifaktorielle Geschehen bezeichnet, d.h. es sind viele Bedingungen an der Entstehung, Auslösung und Aufrechterhaltung der Krankheit beteiligt. Es gibt nie die eine Ursache einer psychischen Erkrankung oder Störung.
Sowohl eine genetische Veranlagung als auch äußere Umstände können zur Entstehung von psychischen Krankheiten beitragen. Es gibt aber auch Depressionen, die durch rein körperliche Vorgänge ausgelöst werden.

"Jetzt reiß dich mal zusammen!"
Der Gruppenleiter der neuen Selbsthilfegruppe Depression kennt diesen oder ähnliche Sprüche zu genüge. Bei ihm fing es vor Jahren nach einem Unfall und Operationen an. Die Schmerzen bestimmten Stimmungen, Verhalten und Gedanken. Es entstanden Ängste vor Arbeitsplatzverlust, sozialem Abstieg und persönlicher Isolation. Aufgrund der Schmerzen wurde eine Schonhaltung angenommen, die die körperlichen Einschränkungen noch weiter verstärkten. Depressionen, die wegen dieser Entwicklung auftraten, erhöhten die Sensibilität gegenüber Schmerzreizen und der Schmerz begann sich zu verselbstständigen.
Bei der Mehrzahl der Betroffenen mit einer chronischen Schmerzstörung ist die Schmerzerkrankung vor der Depression aufgetreten. Gefühle von Hilf- und Wertlosigkeit begünstigen die Entwicklung einer Depression. Durch die Depression ändert sich aber wiederum die Schmerzsensibilität im Sinne einer erhöhten Schmerzwahrnehmung. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Schmerz und Depression.
Selbstverständlich gibt es aber auch Betroffene, die bereits depressive Phasen vor der Schmerzerkrankung hatten. Schmerzen werden von depressiven Patienten häufiger wahrgenommen als die Beeinträchtigung der psychischen Befindlichkeit
Schmerz ist kein ausschließlich körperliches Phänomen. Die Stärke der Wahrnehmung bestimmt sich auch nach der subjektiven Verfassung. Und die leidet, wenn der Schmerz chronisch geworden ist. Es ist verständlich, dass sich bei chronischen Schmerzpatienten depressive Stimmungen einschleichen und oft auch schwere Depressionen. Es ist schwer möglich, angesichts immer wieder kehrenden Schmerzes stets positiv gestimmt zu sein. Auch die Angst vor dem Schmerz selbst wird in vielen Fällen zum Lebensbegleiter.
Hier ist es wichtig sich nicht zu verkriechen, sondern offen mit der Erkrankung umzugehen. In einer Gruppe mit Menschen, die an der gleichen Erkrankung leiden, geht dies besonders gut, denn man muss sich nicht erklären.
Wir treffen uns 14 tägig freitags von 16 - 17,30 Uhr in Melle, Wallgarten 1 (altes Gesundheitsamt, Nebeneingang). Weitere Infos. Tel. (05428) 1762.

AMS
Die SHG Depression ist Mitglied bei der AMS, der Arbeitsgemeinschaft Meller Selbsthilfegruppen.
Die AMS organisiert Vorträge und Seminare für ihre Mitglieder, bemüht sich um Referenten für ihren jährlichen Aktionstag und ist auch Veranstalter von Tages - und Wochenendseminaren.
Die AMS arbeitet eng zusammen mit dem Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt Stadt und Landkreis Osnabrück.
Wenn sie weitere Info brauchen, wenden sie sich bitte an Frau Bunk, Tel. (05422) 7048755 oder Mail: ams.melle@gmail.com




Eine kleine Auswahl von Selbsthilfegruppen
aus der Region

aktualisiert: 15. 12. 2016 (alle Angaben ohne Gewähr)

Ihre Selbsthilfegruppe passt auch in diese Rubrik? Schreiben Sie uns! e-mail: info@druckerie.de


Selbsthilfegruppe für Frauen mit Brustkrebs
Unterstützt durch den Gesundheitsdienst für den Landkreis und die Stadt Osnabrück wird für Frauen mit Brustkrebs eine neue Selbsthilfegruppe gegründet. Betroffene und Interessierte können sich bei Bedarf an die Mitarbeiterinnen des Büros für Selbsthilfe und Ehrenamt des Landkreises Osnabrück wenden.
Die Diagnose Brustkrebs ist in der Regel ein Schock und stellt das ganze Leben auf den Kopf. Viele Fragen und das Bedürfnis nach Informationen tauchen auf. Meist entstehen auch Ängste und Unsicherheiten in dieser völlig neuen Lebenssituation. Dabei kann der Austausch mit anderen auf der Basis des gegenseitigen Verstehens sehr hilfreich und unterstützend sein.
Die Mitarbeiterinnen des Büros für Selbsthilfe und Ehrenamt sind unter der Telefonnummer: (0541) 501-8017 oder unter selbsthilfe@LKOS.de erreichbar.
Quelle: Landkreis Osnabrück


Selbsthilfegruppe AGUS feiert zehnjähriges Bestehen
"Der Trauerprozess ist einfach nicht abgeschlossen." Diese Erfahrung hat eine 53-jährige Osnabrückerin gemacht, deren Mutter sich vor 13 Jahren das Leben nahm. Für Menschen, die einen nahen Menschen durch Selbsttötung verloren haben, ist es häufig nicht leicht, mit diesem Schicksalsschlag umzugehen. Die bundesweite Selbsthilfeorganisation AGUS (Angehörige um Suizid) unterstützt Betroffene in dieser äußerst schweren Zeit. Die Regionalgruppe für Stadt und Landkreis Osnabrück, deren Einzugsgebiet sogar noch weiter gefasst ist, feiert 2016 ihr zehnjähriges Bestehen.
Immerhin ist der Eindruck in der Gruppe, dass die Gesellschaft mit den Themen Suizid oder Depressionen mittlerweile weniger verkrampft umgehe. Bis in die achtziger Jahre seien Menschen, die sich selbst getötet hätten, nicht auf den normalen Friedhöfen beerdigt worden, berichtet ein Gruppenmitglied, das als Zwölfjähriger seinen Vater verloren hat. Durch die Erfahrungen in der Gruppe gehe er selber aber auch offener mit dem Schicksalsschlag um, sagt der heute 35-jährige Münsteraner.
Seit Gründung der Osnabrücker AGUS-Gruppe haben 84 Menschen, die Angehörige durch Suizid verloren haben, die Treffen besucht. Laut Auskunft der Polizei hätten sich im vergangenen Jahr in Stadt und Landkreis Osnabrück 37 Menschen selbst getötet, berichten die Gruppenmitglieder.
Zu den Initiatoren der Gruppierung gehört eine heute 68-jährige Georgsmarienhütterin, deren Sohn mit 26 Jahren sein Leben beendete. Wichtig ist ihr, dass nicht von Selbstmord und Selbstmördern gesprochen wird: "Ich bin nicht die Mutter eines Mörders", betont sie. Auf die Frage nach dem "Warum" werde man nie eine vollständige Antwort erhalten. Aber: "Mit AGUS zeigen wir anderen betroffenen Angehörigen, dass es sich lohnt, weiterzuleben."
Die Selbsthilfegruppe AGUS trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr im Haus der Gesundheit, Hakenstraße 6 in Osnabrück. Weitere Informationen sind erhältlich unter agus-selbsthilfe.de. Auskünfte erteilt außerdem das Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt. Telefon: (0541) 501-8017, E-Mail: ursula.jahn-detmer@lkos.de. Informationen sind erhältlich unter: www.agus-selbsthilfe.de.
Quelle: Landkreis Osnabrück


Selbsthilfegemeinschaft Dissen, Bad Rothenfelde, Hilter
Neue Räumlichkeiten, neuer Flyer: Für die Selbsthilfegemeinschaft Dissen, Bad Rothenfelde, Hilter hat sich in jüngster Zeit einiges getan. Mittlerweile ist ihre Anlaufstelle in Dissen-Erpen in der ehemaligen Erpener Schule. Darüber hinaus werben die Mitglieder mit dem Flyer "Selbsthilfe aktiv" um weitere Mitstreiter.
Die Schließung des Klinikums Dissen hatte auch Auswirkungen auf die Selbsthilfegruppen der Region: Bislang waren sie dort in einem Nebengebäude untergebracht. Abhilfe schafft mittlerweile die ehemalige Erpener Schule, die als Anlaufstelle dient: "Wir unterstützen den Aufbau von neuen Selbsthilfegruppen, die sich hier treffen können", sagt Christina Mers von der Selbsthilfegemeinschaft. Der Zusammenschluss biete noch weitere Vorteile, sagt Claudia Rottmann vom Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt des Landkreises Osnabrück: "Die Idee ist, nicht jeder arbeitet für sich allein. Gemeinsam kann man einfach mehr erreichen."
Der neue Flyer beinhaltet nun die Kontaktdaten von sechs Selbsthilfegruppen in Dissen, Hilter und Bad Rothenfelde. Dies sind die Selbsthilfegruppe Adipositas, die Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfegruppe, die Selbsthilfegruppe für Träger eines Defibrillators, die Selbsthilfegruppe Depressionen, die Freundeskreisgruppen sowie die Selbsthilfegruppe Zwänge.
Weitere Informationen sind erhältlich bei Christina Mers, Telefon: (05409) 4838, E-Mail: christina.mers@gmx.de sowie bei Claudia Rottmann,Telefon: (0541) 5 01-8317, E-Mail: claudia.rottmann@LKOS.de.
Quelle: Landkreis Osnabrück


aktuelle Termine von Selbsthilfegruppen (alle Angaben ohne Gewähr)


Selbsthilfegruppe für alkoholkranke Frauen
Jeden Montag von 19.30-21 Uhr im Familienzentrum Wissingen, Englerstr. 1, 49143 Bissendorf. Ansprechpartnerin: Ingrid Hellmann


Fibromyalgie-Gruppe
Jeden 1. Montag im Monat von 17.30-19 Uhr in der Geschäftsstelle der Rheuma-Liga AG Melle, im Bad Melle, Am Bahnhof 6, 49324 Melle


Selbsthilfegruppe "Horizont"
Frauen in Lebenskrisen gehen gemeinsam neue Wege
Osnabrück. Die Selbsthilfegruppe "Horizont" bietet Frauen in Lebenskrisen die Möglichkeit zum aktiven Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung. Dadurch sollen gemeinsam neue Perspektiven eröffnet werden. Interessierte Frauen sind herzlich eingeladen. Die Treffen finden mittwochs um 18 Uhr im Café Dauerwelle in der Süsterstraße 21 in Osnabrück statt.
Vorherige Kontaktaufnahme ist erwünscht und möglich unter horizontinfo@web.de.
Quelle: Landkreis Osnabrück


Deutsche Fibromyalgie Selbsthilfegruppe Melle
Jeden 2. Donnerstag im Monat von 19.30-21.30 Uhr, Wallgarten 1 (Gesundheitsamt), 49324 Melle


Deutsche Fibromyalgie Selbsthilfegruppe Melle
Jeden 4. Donnerstag im Monat von 9.30-11.30 Uhr, Johann-Utinger-Str. 1 (Christl. Seniorenstift), 49324 Melle